Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2018
News

holis market ist insolvent

Franchise-System für Lebensmittel ohne Verpackung ist gescheitert

02.11.2016 • Es ging ums Ganze, zumindest um die Ganzheitslehre. Auf Griechisch ist das der Holismus, weshalb Franz Seher und Gerald Ninaus ihren Lebensmittelmarkt ohne Verpackungen holis market nannten. Eine schöne Idee, die aber in der Praxis nicht funktionierte. Zwischenzeitlich musste Insolvenz angemeldet werden und das bei Anlegern von Green Rocket eingesammelte Kapital dürfte komplett verloren sein. Wie Peter Garber von Green Rocket auf Nachfrage mitteilte, wurden von 207 Personen insgesamt 170.100 Euro investiert.

Weitere Texte

  • P&R-Gründer bezwungen »

    Der Insolvenzverwalter kann endlich auf die Schweizer P&R zugreifen

    Der in Untersuchungshaft sitzende Heinz R. hat offenbar seinen Widerstand aufgegeben. Wie Michael Jaffé, Insolvenzverwalter der deutschen P&R-Gesellschaften heute mitteilte, hat er ...

  • Problemhäufung bei UDI »

    Forderungsausfälle und ein nicht zurückgezahltes Nachrangdarlehen

    Kürzlich feierte die UDI 20-jähriges Jubiläum. 540 Millionen Euro hat der Nürnberger Anbieter in dieser Zeit bei 17.200 Anlegern eingesammelt. Das Geld floss in Windkraft-, Biogas- ...

  • In Zug zieht es »

    Schweizer Staatsanwaltschaft ist nun auch in Sachen P&R aktiv

    Nachdem seit Monaten die Staatsanwaltschaft München I mit einer eigens gegründeten Arbeitsgruppe „Container“ ermittelt, ist nun auch die Schweizer Staatsanwaltschaft aus Zug aktiv ...

  • Sachwerte-Kolloquium 2019 »

    Branchentreff geht in die dritte Runde

    Am 20. Februar 2019 findet das 3. Sachwerte-Kolloquium statt. Die drei gemeinsamen Veranstalter Markus Gotzi, Friedrich Andreas Wanschka und Stefan Loipfinger laden erneut in das T ...

  • moovin ist leider kein Einzelfall »

    Seedmatch und BaFin machen keinen guten Job

    Der Prozess der Immobilienvermarktung und –vermittlung ist angeblich verstaubt und festgefahren. Deshalb will moovin alles digitalisieren und damit den Markt aufrollen. Das im März ...

  • Jaffé hat seine Pflicht erfüllt »

    Spärlich besuchte Berichtstermine bei P&R brachten wenig neue Erkenntnisse

    Am ersten Tag kamen rund 2.500 Gläubiger nach München zum Berichtstermin der P&R Gebrauchtcontainer. Am Tag danach waren es noch gut 2.000, die zu den zwei für diesen Tag terminier ...

  • Robin Hood der Anleger »

    Rechtsanwalt Schirp reicht Klage gegen die Finanzaufsicht ein

    Dr. Wolfgang Schirp ist realistisch. Er weiß, wie weit das Ziel entfernt ist, das er treffen will. Seit 40 Jahren hat niemand mehr versucht, die Finanzaufsicht wegen Versäumnissen ...

Insolvenzursache. Laut dem Wiener Kreditschutzverband von 1870 wurde von holis market folgende Begründung für die Pleite angegeben: „Als Hauptursache der Zahlungsunfähigkeit gibt die Geschäftsführung an, dass der Standort geographisch für einen Lebensmittelhändler nicht optimal ist. Auch soll die Örtlichkeit aufgrund nicht ausreichender Kühlmöglichkeiten unpassend sein. Dazu kamen auch noch Probleme, geeignete Mitarbeiter zu finden. Im Endeffekt waren die Einnahmen für das ambitionierte Projekt zu gering um die hohen Kosten zu decken.“

Wenigstens informiert Green Rocket transparent über die Insolvenz ihres Investments
Quelle: Homepage-Auszug von Green Rocket

Kapitaleinwerbung. Wer als Investor die Insolvenzursachen liest und ein Jahr zurückdenkt, der kann sich vermutlich nicht daran erinnern, von diesen Problemen gehört zu haben. Vielmehr hieß es damals: „Der erste Markt in Linz, eröffnet seit 1. September 2015 […] erfüllt vom Start weg die großen Erwartungen der Kunden an eine völlig andere Form des Einkaufens.“ Die Vision war ein großes Franchise-System: „Ein gesundes Wachstums mittels Franchise-Strategie war dabei von Anfang an geplant und zeigt sich im abgestimmten Interior und Design, als auch in der Kompetenz bei der Individualiserung der involvierten IT-Systeme (Kassen- und Waagensystem, Kundenkartensystem, Online Rezeptbox Shop etc.).“ Und damit das alles realistisch erschien, wurde mit der bekannten Zotter Holding als Gesellschafter eine Schokoladengröße ins Spiel gebracht.

Loipfinger’s Meinung. Eine interessante Idee, die offenbar stümperhaft umgesetzt wurde. Ein nicht optimaler Standort, fehlende Kühlmöglichkeiten (!) und Probleme bei der Mitarbeiterakquise sind peinliche Insolvenzgründe. Angeblich hätten bereits 50.000 Euro gereicht, um das Franchise-Konzept voranzutreiben. Das war zumindest die Fundingschwelle. Am Ende reichten 170.000 Euro nicht aus, um nicht einmal ein Jahr zu überleben. Da muss sich auch Green Rocket als Crowd-Funding-Plattform die Frage gefallen lassen, ob sie bei der Vertriebsfreigabe schlampig vorgegangen sind. Und auch wenn es am Ende nun keine Rolle mehr spielt, muss die Unternehmensbewertung von 800.000 Euro, die als Basis für die Anlegerbeteiligung über das Partiarische Nachrangdarlehen herangezogen wurde, stark in Frage gestellt werden.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...