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Vertriebsstopp aus Reputationsgründen

Commerzbank verkauft keine geschlossenen Fonds mehr

08.11.2016 • Es sind in erster Linie Reputationsgründe, warum die Commerzbank seit 1. Oktober 2016 den Vertrieb geschlossener Fonds im Privatkundengeschäft komplett eingestellt hat und laut der Pressesprecherin Marion Denner bewusst auf Erträge verzichtet. Das sagt viel über die Ergebnisse der Vergangenheit aus. Denn Angst um seine Reputation muss eine Bank nicht haben, wenn die Produkte eine zufriedenstellende Performance ausweisen würden. Und es sagt viel über die Zukunft aus: Die Commerzbank glaubt offenbar nicht, dass die BaFin-Überwachung bei der Produktqualität etwas verändert.

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Schlimme Bilanz. Im Heft 10/2015 hat die Stiftung Warentest in Finanztest eine große Untersuchung der bisherigen Ergebnisse geschlossener Fonds veröffentlicht. Sowohl bereits aufgelöste Fonds als auch laufende Fonds mit einem Zweitmarktpreis wurden mit deren Prognosen verglichen. Schiffsbeteiligungen, Umweltfonds und Medienfonds lagen fast immer unter ihren Versprechungen aus den ursprünglichen Prospekten. Deutschland-Immobilienfonds waren mit 90 Prozent Zielverfehlung schon die beste Fondskategorie. Über alles haben nur 6 Prozent der Angebote ihre Gewinnprognosen erfüllt oder übererfüllt. Und sogar die harte Linie von einem echten Kapitalverlust wurde von ganz vielen Produkten unterschritten. 57 Prozent der geschlossenen Deutschland-Immobilienfonds, 62 Prozent der Umweltfonds, 81 Prozent der Schiffsbeteiligungen und 96 Prozent der Medienfonds hatten zu diesem Zeitpunkt vor Steuern echte Verluste für ihre Anleger produziert.

Geschlossene Fonds sind in der Vergangenheit nicht gut gelaufen
Quelle: ©alphaspirit - fotolia.com

Loipfinger’s Meinung. Die Deutsche Bank hat im Frühjahr 2016 einen Fonds in der laufenden Platzierungsphase zurückgezogen und damit ein deutliches Ausstiegssignal für die Produktlinie Alternativ Investment Funds (früher geschlossene Fonds) gegeben. Jetzt folgt die zweite Großbank mit einem noch klareren Signal und erklärt den Vertriebsstopp. Am schlimmsten ist die Begründung mit der Reputation. Wenn eine Bank um ihren Ruf bangt und in der heute ertragsarmen Zeit bewusst ein sehr provisionsträchtiges Geschäft auslässt, dann müssen die bisherigen Erfahrungen absolut dramatisch sein. Und was noch entscheidender ist: Auch für die Zukunft hat die Commerzbank offenbar berechtigte Zweifel, dass die heute BaFin-überwachten Alternativ Investment Funds weniger Gefahr für die Reputation darstellen.

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