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Sechs Millionen Euro für Nichts

Unyte Yoga GmbH mangels Masse aufgelöst

17.11.2016 • So werden Anleger heute auf den Arm genommen: Ein hippes Thema wird von angeblichen erfolgreichen Menschen via modernden Methoden einer breiten Masse angeboten. Oder konkreter: Internetpionier gründet Yoga-Kette und bietet über Schwarmfinanzierung eine Beteiligung an. Das völlig verrückte daran: Obwohl es im Mai 2015 nur hochtrabende Pläne gab, sollte das Startup Unyte Yoga GmbH mit 25.000 Stammkapital schon eine Premoney-Bewertung von 6 Millionen Euro gehabt haben. Völliger Unsinn, wie die zwischenzeitliche Insolvenz noch zusätzlich bestätigt. Das Amtsgericht Charlottenburg hat den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels einer die Kosten deckenden Masse abgelehnt und die Auflösung beschlossen. Alles andere als ein Ruhmesbeweis für die Crowdfunding-Plattform Companisto.

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Luftnummer. Initiator der im April 2014 erfolgten Gründung war Paulus Neef. Er gründete 1991 Pixelpark und führte es 8 Jahre später an die Börse. Er wurde als Profi im Bereich „Company Building“ und als Business Angel beschrieben. Bis zum Beteiligungsstart im Mai 2015 wurde eine „vertiefte Marktforschung“ durchgeführt und eine Werbe- und Marketing-Agentur sowie ein Architekturbüro beauftragt. Für Herbst 2015 war die Eröffnung eines ersten Studios in Berlin geplant. Diese wenigen Dinge wurden eingepreist mit einer Premoney-Bewertung von 6 Millionen Euro, weshalb die Beteiligung der Companisten entsprechend gering ausfiel. Denn die Beteiligungsquote richtet sich gemäß Vertrag für das partiarische Nachrangdarlehen nach der Höhe des Investments des Companisten, der Höhe der Gesamtinvestments aller Companisten und der Premoney-Bewertung des Startups.

Wieder ein Investment schon nach kuzer Zeit gescheitert
Quelle: Screenshot von der Homepage www.companisto.de

Companisto. Zuständig für die Akquise des Kapitals war die Crowdfunding-Plattform Companisto. Der Beteiligungsvertrag für das partiarische Nachrangdarlehen sah eine maximale Höhe von 2,5 Millionen Euro vor. Auf dieser Basis sollte für 500 Euro eine Beteiligung von 0,005882 Prozent an dem Startup gewährt werden. Am 7. Juli 2015 haben 235 Companisten angeblich einen Betrag von 200.135 Euro investiert. Das Maximum wurde zu diesem Zeitpunkt mit 300.000 Euro angegeben. Aktuell wird auf der Homepage angezeigt, dass von 258 Companisten ein Betrag in Höhe von 188.715 Euro erbracht wurde.

Loipfinger’s Meinung. Ich halte es zumindest für moralischen Betrug, ein so junges Unternehmen mit einem Wert von 6 Millionen Euro einzupreisen. Was denkt sich eine der führenden Crowdfunding-Plattformen wie Companisto dabei, so etwas seinen Kunden anzubieten? Und ganz ehrlich frage ich mich, wieso ein so erfolgreicher Unternehmer wie Paulus Neef überhaupt fremdes Geld benötigt, um ein Yoga-Unternehmen aufzubauen? Nicht vergessen werden darf natürlich, wie es sein kann, dass nicht einmal ein Jahr später der Insolvenzantrag mangels Masse abgelehnt wird?

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