Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2018
News

Fußball-Transferrechte sind keine Anlageklasse für Privatinvestoren

Hanseatisches Fußball Kontor ist insolvent

21.12.2016 • Jörg Zeitz und Kai-Volker Langhinrichs glaubten, der Fußball sei eine lukrative Anlageklasse. Im Sommer 2014 veröffentlichten sie eine Verkaufsbroschüre für ein Nachrangdarlehen der Hanseatisches Fußball Kontor Invest GmbH mit Sitz in Schwerin. Ziel war, bis zu 50 Millionen Euro einzusammeln, um in Spieler-Transferrechte zu investieren: „Spieler-Transferrechte bieten aufgrund der hohen Wechselhäufigkeit insbesondere junger Spieler extrem hohe Renditen bei sehr kurzer Laufzeit. Vereine konnten für Spieler im Anlagesegment von 18 bis 23 Jahren in den vergangenen Jahren durchschnittlich Transfergewinne von rd. 500 % erzielen.“ Dieser Traum ist schnell geplatzt. Zwei Jahre später wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Muttergesellschaft Hanseatisches Fußball Kontor GmbH eröffnet (580 IN 325/16).

Weitere Texte

  • Einige Crowd-Pleiten der letzten Wochen »

    Die Ausfälle werden mehr und niemanden interessiert‘s

    Große Ziele haben sie alle. Manche wie Cringle, deren Bezahl-App den Bankenmarkt aufrollen sollte, wollten geradezu revolutionär sein. Notwendiges Kapital sammelten Crowd-Plattform ...

  • Genugtuung und neue Ängste bei P&R »

    P&R-Gründer in U-Haft – Steuerprobleme eines Anlegers

    Seit Wochen müssen die 54.000 Investoren von P&R reihenweise Hiobsbotschaften ertragen. Die aufgestaute Wut auf die Verantwortlichen ist mittlerweile gigantisch. Zumindest etwas ge ...

  • Wichtige Initiative »

    Neue Kampagnen-NGO im Finanzbereich

    Dr. Gerhard Schick ist seit 2007 finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag und hat zuletzt als stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses gewirkt. Doch damit ist ...

  • Kleine Anfrage, große Blamage »

    Nach der P&R-Pleite stellt die BaFin Direktinvestments auf den Prüfstand

    Zwischen den Zeilen sind die Antworten auf Kleine Anfragen an die Bundesregierung höchst spannend zu lesen. Auch wenn darin natürlich keine Schuldeingeständnisse zu lesen sind, so ...

  • Langjährige Insolvenzverschleppung bei P&R? »

    Investmentcheck hat die Gutachten der Verwalter eingesehen

    Die Gutachten zur Eröffnung der Insolvenzverfahren im Fall P&R lesen sich wie das erste Kapitel von einem Krimi. Ob die Täter am Ende überführt werden, muss sich allerdings noch ze ...

  • Forderungsanmeldung könnte übervorteilen »

    P&R-Anleger sollten nicht einfach unterzeichnen

    Eigentlich sollten alle Anleger Anfang August Post von den Insolvenzverwaltern der P&R-Gesellschaften erhalten. Still und heimlich hat sich diese Ankündigung allerdings nach hinten ...

  • Anfechtungen in Millionenhöhe »

    Geprellte Anleger bei EN-Storage sollen erhaltene Gelder zurückzahlen

    Im Mai 2017 wurde unter dem Aktenzeichen 6 IN 190/17 des Amtsgerichts Stuttgart das Insolvenzverfahren über die EN Storage GmbH eröffnet. Diese Firma hatte Kapitalanlagen angeboten ...

Konditionen. Laut Verkaufsbroschüre wurden verschiedene Serien der Nachrangdarlehen angeboten. Die Anleger konnten zwischen Laufzeit von 6, 12, 24, 36 und 60 Monaten wählen. Die Zinsen sollten je nach Laufzeit zwischen 6,28 Prozent (6 Monate) und 9,74 Prozent (60 Monate) liegen. Die Mindestdarlehenssumme lag bei 2.500 Euro. Für jede Serie wurden jeweils bis zu 10 Millionen Euro Anlagekapital gesucht.

Mit Nachrangdarlehen sollten bis zu 50 Millionen Euro eingesammelt werden
Quelle: Ausschnitt vom Titelblatt der Verkaufsbroschüre

Insolvenz. Auf der Homepage der Hanseatisches Fußball Kontor ist nachzulesen, dass über das Vermögen der Hanseatisches Fußball Kontor GmbH mit Beschluss des Amtsgerichts Schwerin (580 IN 325/16) vom 17. Beziehungsweise 23. Juni 2016 das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Am 22. Juli 2016 wurde noch berichtet, man treffe zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Vorkehrungen, „um für die Investoren der Hanseatisches Fußball Kontor GmbH und Hanseatisches Fußball Kontor Invest GmbH eine maximale Rückführung der investierten Gelder zu erreichen.“

Loipfinger’s Meinung. Im Fußball Geld zu verdienen, schaffen viele der großen Profi-Klubs nicht. Das Geschäft ist hart umkämpft und von Menschen mit viel Geld dominiert. Wer da glaubt, mit Anlegergeld im großen Stile erfolgreich mitmischen zu können, der träumt wie der Fan von so manch einem Fußballverein, der unrealistisch an wundersame Siege gegen übermächtige Gegner glaubt.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...