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Erstes Co-Funding stellt Insolvenzantrag

Bettervest und LeihDeinerUmweltGeld sammelten das Geld

15.12.2017 • Das erste Co-Funding wurde im Juli 2014 geradezu euphorisch beworben: „Das Projekt wird hierbei erstmalig in Deutschland simultan auf zwei der führenden Plattformen für grünes Crowdfunding angeboten.” Patrick Mijnals, Geschäftsführer von bettervest und Johannes Laub, Chef von LeihDeinerUmweltGeld wollten so die Platzierungskraft erhöhen und dadurch größere Projekte ermöglichen. Für Kastner & Callwey Medien aus Forstinning bei München spülte das damals noch stolze 385.000 Euro in die Kasse. Rund 60 Prozent kamen von Bettervest-Anlegern, der Rest über die Plattform von LeihDeinerUmweltGeld.

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Angebot. Das Crowdfunding finanzierte im Jahr 2014 die Umsetzung von Investitionen für ein „weitgreifendes Energiekonzept“. Konkret ging es um eine neue Beleuchtung und eine Photovoltaikanlage. Den Anlegern wurde für ihr Investment eine Rendite von 7,4 Prozent bei einer Laufzeit von sieben Jahren versprochen. Angeblich ging des dem Unternehmen damals sehr gut: „KCM erwartet für das Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz von rund 8,5 Mio.€, einen EBIT von ca. 840.000€, einen EBITA von ca. 1,2 Mio.€ und einen Jahresüberschuss von ca. 600.000€.“ Warum so ein Unternehmen aber Anleger um Geld für eine PV-Anlage und ein paar LED-Lampen bitten musste, wurde nicht beantwortet. Übrigens: Am Ende des Geschäftsjahres per 31. März 2015 lag der Bilanzgewinn bei mageren 41.000 Euro.

Auf die erfolgreiche Platzierung folgte eine bittere Insolvenz
Quelle: Screenshot von der Homepage bettervest.de

Insolvenzantrag. Am 11. Dezember 2017 entschied das Amtsgericht München über eine vorläufige Insolvenzverwaltung (Aktenzeichen 1508 IN 3314/17). Der Geschäftsführer Bernhard Schretzmaier war für eine telefonische Stellungnahme nicht zu erreichen. Patrick Mijnals von bettervest erklärte hingegen einen Einbruch bei den Aufträgen als Ursache für den Insolvenzantrag. Seine Anleger sind bereits informiert und wissen Bescheid, dass es sehr unwahrscheinlich ist, von ihren nachrangigen Forderungen im Insolvenzverfahren noch etwas zurück zu erhalten.

Loipfinger’s Meinung. Insolvenzen sind etwas normales im Geschäftsleben und können immer passieren. Allerdings stellt sich schon die Frage, warum ein vor drei Jahren angeblich noch extrem profitables Unternehmen Geld von Crowdinvestoren einsammelt, um unter anderem ein paar LED-Lampen zu finanzieren. Ein super günstiger Zinssatz kann nicht der ausschlaggebende Grund gewesen sein. Nach Kosten 7,4 Prozent für sieben Jahre Laufzeit waren 2014 kein Schnäppchen. Für die 251 Investoren stellt sich deshalb die Frage, ob ihnen damals etwas verschwiegen wurde.

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