Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2018
News

Strafbarkeit als Ausrede

Companisto verweigert Antworten

09.01.2018 • Insgesamt 581 Anleger haben 2015 über Companisto gut 400.000 Euro in die Firma noDNA investiert. Investmentcheck wollte vom Emittenten und der Crowd-Plattform wissen, weshalb die Vermögensauskunft gegenüber einem Gerichtsvollzieher nicht gemäß Zivilprozessordnung erfüllt wurde und was das für die Investoren bedeutet. Die Antworten beruhigen allerdings nicht wirklich.

Weitere Texte

  • Einige Crowd-Pleiten der letzten Wochen »

    Die Ausfälle werden mehr und niemanden interessiert‘s

    Große Ziele haben sie alle. Manche wie Cringle, deren Bezahl-App den Bankenmarkt aufrollen sollte, wollten geradezu revolutionär sein. Notwendiges Kapital sammelten Crowd-Plattform ...

  • Genugtuung und neue Ängste bei P&R »

    P&R-Gründer in U-Haft – Steuerprobleme eines Anlegers

    Seit Wochen müssen die 54.000 Investoren von P&R reihenweise Hiobsbotschaften ertragen. Die aufgestaute Wut auf die Verantwortlichen ist mittlerweile gigantisch. Zumindest etwas ge ...

  • Wichtige Initiative »

    Neue Kampagnen-NGO im Finanzbereich

    Dr. Gerhard Schick ist seit 2007 finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag und hat zuletzt als stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses gewirkt. Doch damit ist ...

  • Kleine Anfrage, große Blamage »

    Nach der P&R-Pleite stellt die BaFin Direktinvestments auf den Prüfstand

    Zwischen den Zeilen sind die Antworten auf Kleine Anfragen an die Bundesregierung höchst spannend zu lesen. Auch wenn darin natürlich keine Schuldeingeständnisse zu lesen sind, so ...

  • Langjährige Insolvenzverschleppung bei P&R? »

    Investmentcheck hat die Gutachten der Verwalter eingesehen

    Die Gutachten zur Eröffnung der Insolvenzverfahren im Fall P&R lesen sich wie das erste Kapitel von einem Krimi. Ob die Täter am Ende überführt werden, muss sich allerdings noch ze ...

  • Forderungsanmeldung könnte übervorteilen »

    P&R-Anleger sollten nicht einfach unterzeichnen

    Eigentlich sollten alle Anleger Anfang August Post von den Insolvenzverwaltern der P&R-Gesellschaften erhalten. Still und heimlich hat sich diese Ankündigung allerdings nach hinten ...

  • Anfechtungen in Millionenhöhe »

    Geprellte Anleger bei EN-Storage sollen erhaltene Gelder zurückzahlen

    Im Mai 2017 wurde unter dem Aktenzeichen 6 IN 190/17 des Amtsgerichts Stuttgart das Insolvenzverfahren über die EN Storage GmbH eröffnet. Diese Firma hatte Kapitalanlagen angeboten ...

Schuldnerverzeichnis. Gemäß Paragraph 882c Zivilprozessordnung ordnet ein Gerichtsvollzieher von Amts wegen eine Eintragung in das Schuldnerverzeichnis an, wenn beispielsweise der Schuldner seiner Pflicht zur Abgabe einer Vermögensauskunft nicht nachgekommen ist. Dies ist so passiert bei dem Companisto-Funding noDNA GmbH, für das ab September 2015 gegen ein Zinsversprechen von acht Prozent pro Jahr qualifizierte Nachrangdarlehen ausgegeben wurden. Das Geld floss in den Ausbau des Geschäftsbetriebes: „Unternehmensgegenstand der Emittentin ist die Herstellung und der Vertrieb von Robotern und sensorischen Systemen, Schulung und Beratung im Bereich Robotik und Sensorik.“

Ein Eintrag ins Schuldnerverzeichnis dürfte 581 Companisten beunruhigen.
Quelle: Screenshot der Homepage companisto.de

Companisto. Aufgrund des Eintrags in das Schuldnerverzeichnis wurde Companisto nach den Gründen und den Auswirkungen für die Investoren befragt. Weiterhin sollte die Plattform beantworten, ob die halbjährlich fälligen Zinsen immer bezahlt und warum der Jahresabschluss 2015 nicht gemäß Vermögensanlagengesetz veröffentlicht wurde. Völlig ausweichend antwortete die Sprecherin von Companisto per Mail: „Die interne Kommunikation zwischen Unternehmen und Investoren unterliegt jedoch der Verschwiegenheit – ‚Nicht-Informationsberechtigten‘ gegenüber. Die Weitergabe dieser Informationen ist sogar strafbar. Ich bitte daher um Ihr Verständnis, dass ich nicht auf Betriebsinterna eingehen kann.“ Nur die Frage nach den bisherigen Zinszahlungen wurde mit einem „ja“ beantwortet.

noDNA. Geschäftsführer Robert Dotzauer erklärte zumindest etwas konkreter zu den Hintergründen: „Bei der Forderung handelt es sich noch um eine Altforderung, für die wir eine Ratenzahlung vereinbart haben, und die den geregelten Lauf geht. Wir sind dabei, den Eintrag wieder entfernen zu lassen, was sich aber leider als sehr langwierig herausgestellt hat. Seien Sie versichert, dass dies kein Problem darstellt.“ Zur Zukunft führte Dotzauer dann noch aus, dass er offenbar noch weiteres Kapital sucht: „Momentan sind wir im Gespräch mit Investoren und erarbeiten ein Förderkonzept, um auch die Gesamtforderung abdecken zu können. Wir beginnen deshalb recht frühzeitig damit, um die Rückzahlung auch auf keinen Fall zu verzögern.“ Ganz allgemein fasste er optimistisch zusammen: „Das Geschäft entwickelt sich sehr gut und wir sind durchaus zufrieden mit dem Verlauf.“

Loipfinger’s Meinung. Geradezu dreist ist meines Erachtens die Aussage von Companisto, wonach die Beantwortung der Fragen von Investmentcheck eine Strafbarkeit auslösen könnte. noDNA als Emittent blieb mit den Antworten ebenfalls weit hinter den Erwartungen an ein Unternehmen, das am öffentlichen Kapitalmarkt Geld eingesammelt hat. Am Rande wurde dann sogar noch eine Aussage getätigt, die auf eine Zerrüttung des Verhältnisses zur eigenen Crowd-Plattform hindeutet: „Wir sind stolz darauf, den Break-Even geschafft zu haben und sehen als einer der wenigen Startups von Companisto einer erfolgreichen Zukunft entgegen.“ Es ist die Meinung von Robert Dotzauer, die allerdings kein gutes Licht auf Companisto wirft, wenn schon noDNA eines der erfolgversprechendsten Investments sein soll.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...