Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2018
News

Was ist los bei Companisto?

Die Pleiten bei Fundings häufen sich

13.02.2018 • MyCouchbox wollte mit dem Versand von Überraschungs-Snackboxen Geld verdienen. Hersteller sollten die Ware kostenlos zur Verfügung stellen, die dann monatlich an „viele Tausend Haushalte“ verschickt wurde. Angeblich war das Unternehmen seit dem 1. Monat profitabel und erwartete im Herbst 2015 für das damals laufende Geschäftsjahr positive Betriebsergebnisse. 508 Companisten vertrauten darauf und investierten 300.000 Euro. Die dürften jetzt weg sein und einmal mehr stellt sich die Frage, welche Qualität Investments auf der Crowdfunding-Plattform Companisto eigentlich haben.

Weitere Texte

  • BaFin untersagt Vertrieb »

    Erstes Verbot nach eineinhalb Jahren

    Seit dem 1. Januar 2017 müssen alle Angebote, „die eine Verzinsung und Rückzahlung oder einen vermögenswerten Barausgleich im Austausch für die zeitweise Überlassung von Geld gewäh ...

  • P&R: Wolfgang Stömmer ist tot »

    Langjähriger P&R-Geschäftsführer verstorben

    Am 13. Juni ist der frühere P&R-Geschäftsführer Wolfgang Stömmer im Alter von 57 Jahren verstorben. Er war von 2013 bis 2016 bei verschiedenen Unternehmen des insolventen Grünwalde ...

  • Anfechtung: Das Damoklesschwert für P&R-Anleger »

    Ein Kommentar von Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann

    Die vorläufigen Insolvenzverwalter gaben am 17. Mai 2018 nach „vorläufiger Auswertung der Systeme“ bekannt, dass rund 1,6 Millionen Container an rund 54.000 Anleger verkauft worden ...

  • Blamage für die BaFin »

    Kleine Anfrage an die Bundesregierung offenbart enorme Defizite

    Dr. Gerhard Schick und andere Mitglieder des Bundestages haben vor einigen Wochen eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung geschickt (Drucksache 19/1788). Die Antwort offenbart n ...

  • Auffällig viele Veränderungen in 2017 »

    Das P&R-Firmengeflecht um Heinz Peter Roth

    Das Organigramm des P&R-Firmennetzwerks um den 75-jährigen Heinz Roth ist weit komplexer als es im ersten Blick erscheint. Interessenskonflikte wie bei der Containermanagementgesel ...

  • Neues BFH-Urteil könnte P&R-Anlegern helfen »

    Ein Kommentar von Hartmut Göddecke, Fachanwalt für Steuerrecht

    Oft tritt das Finanzamt nach dem Scheitern einer Kapitalanlage an Anleger heran und stellt Forderungen. Beim P&R-Skandal könnte möglicherweise – nachdem der Bundesfinanzhof (BFH) a ...

  • Rund 2,5 Milliarden Euro vernichtet »

    Eine Million P&R-Container sind verschwunden

    Gut acht Wochen nach den ersten Insolvenzanträgen haben sich nun die vorläufigen Insolvenzverwalter und die Staatsanwaltschaft München gleichzeitig zu Wort gemeldet. Dieses vermutl ...

Funding. Für das in 2013 gegründete Unternehmen suchte Companisto im Herbst 2015 bis zu 300.000 Euro. Im VIB wurde auf den Jahresabschluss 2013 verwiesen, der mit 480 Euro Umsatz und einem Verlust von 12.000 Euro sicherlich noch keinen großen Unternehmenswert rechtfertigte. Trotzdem akzeptierte Companisto als Basis für das Funding eine Bewertung von 1,5 Millionen Euro. Damit bekamen die Investoren für ihre 300.000 Euro am Ende Anteile in Höhe von 20 Prozent.

Closed Shop: Couchies müssen nun wohl wieder im Supermarkt einkaufen
Quelle: Screenshot www.mycouchbox.de vom 13. Februar 2018

Fortgang. Obwohl das Funding erfolgreich verlief und eigentlich für 2015 Gewinne in Aussicht gestellt wurden, musste die Couch Media GmbH per Ende 2015 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 53.000 Euro ausweisen. Ein Jahr später summierte sich dieser Betrag durch weitere Verluste auf 322.000 Euro, was zu diesem Zeitpunkt rund 73 Prozent der Bilanzsumme ausmachte. Am 5. Februar 2018 hat das Amtsgericht Stuttgart unter dem Aktenzeichen 8 IN 54/18 nun ein Insolvenzverfahren eröffnet. Damit dürfte das Kapital der Anleger endgültig verloren sein.

Companisto. Da in den letzten Wochen bei mehreren Investments von Companisto Insolvenzverfahren eröffnet wurden, kam es zu wiederholtem Schriftverkehr. Zwischenzeitlich ist die Crowd-Plattform nicht mehr gewillt, Anfragen von investmentcheck.de zu beantworten. Es wurde sogar ausdrücklich untersagt, aus der letzten Mail zu zitieren. Offenbar ist die Sprecherin von Companisto enttäuscht darüber, dass über die sich häufenden Fälle von Insolvenzen nicht positiv berichtet wurde.

Loipfinger’s Meinung. Wenn Anleger Geld verloren haben, stellt sich immer die Frage, ob die Probleme schon bei der Kapitalakquise schon vorhersehbar waren. Wurde damals vielleicht sogar etwas verschwiegen? Bei Companisto ist es nicht das erste Mal, dass erhebliche Zweifel bleiben, ob die Verantwortung gegenüber den Anlegern ausreichend erfüllt wurde. Ist es Zufall, dass es bei MyCouchbox ab dem Funding steil bergab ging? Wie viel Phantasie war notwendig, um im Herbst 2015 einen Unternehmenswert von 1,5 Millionen Euro anzunehmen? Wer dann noch auf beleidigt macht, wenn Insolvenzen von Investments kritisch kommentiert werden, der disqualifiziert sich selbst als professioneller Marktteilnehmer.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...