Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2018
News

greenXmoney ist liquidiert

Crowdfunding-Plattform stellt Geschäftsbetrieb ein

20.02.2018 • Feste Erträge und grünen Profit versprach die Crowdfunding-Plattform greenXmoney. Sie war Partner des Energieriesen E.ON und hat die angebotenen Forderungskaufverträge unter dem Begriff „Wattpapier“ vermarktet. Die in Aussicht gestellten Renditen für Anleger lagen zuletzt bei zwei bis vier Prozent pro Jahr. Doch damit ist nun Schluss: Vor ein paar Tagen wurde am Amtsgericht Memmingen die Auflösung der greenXmoney.com GmbH veröffentlicht.

Weitere Texte

  • Robin Hood der Anleger »

    Rechtsanwalt Schirp reicht Klage gegen die Finanzaufsicht ein

    Dr. Wolfgang Schirp ist realistisch. Er weiß, wie weit das Ziel entfernt ist, das er treffen will. Seit 40 Jahren hat niemand mehr versucht, die Finanzaufsicht wegen Versäumnissen ...

  • P&R-Insolvenzverwalter unter Druck »

    Interessenskonflikte und Schweizer P&R werfen Fragen auf

    Nächste Woche am 17. und 18. Oktober finden die drei großen Gläubigerversammlungen bei P&R statt. Vier Richter(innen), 24 Rechtspfleger(innen) und 36 Justizwachtmeister(innen) sind ...

  • Mehr unerlaubte Geschäfte »

    Die Finanzaufsicht veröffentlicht deutlich mehr Verstöße

    Anfangs war es nur ein Gefühl, wonach die von der BaFin verschickten Meldungen über unerlaubte Geschäfte mehr geworden sind. Deshalb hat investmentcheck 197 Fälle der letzten zehn ...

  • BaFin war mal wieder untätig »

    15 Millionen Euro für Kebap-Läden verbrannt

    Zwei Absolventen der renommierten Otto Beisheim School of Management gründen ein Unternehmen in den USA, um dort den in Deutschland beliebten Döner salonfähig zu machen. Nach ein p ...

  • Einige Crowd-Pleiten der letzten Wochen »

    Die Ausfälle werden mehr und niemanden interessiert‘s

    Große Ziele haben sie alle. Manche wie Cringle, deren Bezahl-App den Bankenmarkt aufrollen sollte, wollten geradezu revolutionär sein. Notwendiges Kapital sammelten Crowd-Plattform ...

  • Genugtuung und neue Ängste bei P&R »

    P&R-Gründer in U-Haft – Steuerprobleme eines Anlegers

    Seit Wochen müssen die 54.000 Investoren von P&R reihenweise Hiobsbotschaften ertragen. Die aufgestaute Wut auf die Verantwortlichen ist mittlerweile gigantisch. Zumindest etwas ge ...

  • Wichtige Initiative »

    Neue Kampagnen-NGO im Finanzbereich

    Dr. Gerhard Schick ist seit 2007 finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag und hat zuletzt als stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses gewirkt. Doch damit ist ...

Konzept. Seit 2014 bot greenXmoney Anlegern die Möglichkeit, zukünftige Erträge aus Photovoltaik-Anlagen zu erwerben. Bei diesen Forderungskaufverträgen wurde beispielsweise ein Anteil des Ertrages im Verlauf der nächsten sechs Jahre in Höhe von 11.598 Euro heute zu einem Kaufpreis von 10.000 Euro angeboten. Bei planmäßigem Verlauf ergab sich für den Investor in diesem Beispiel eine Rendite von 4,8 Prozent pro Jahr. Der Anleger wurde dabei weder direkt noch indirekt Eigentümer der Anlage. Erworben hat er für eine bestimmte Zeit einen Anteil an der Einspeisevergütung nach EEG.

Der Partner E.ON bekommt nun eine überraschend große Bedeutung.
Quelle: Screenshot der Homepage von greenxmoney.com

Liquidation. Am 7. Februar wurde die Verlegung des Sitzes von Neu-Ulm nach München veröffentlicht. Gleichzeitig sind die beiden Geschäftsführer Torsten Blumenthal und Murat Sahin ausgeschieden. Ein Liquidator wurde bestimmt und die Gesellschaft als aufgelöst vermerkt. Ex-Geschäftsführer Blumenthal klang auf telefonische Nachfrage etwas überrascht, dass die Liquidation bereist öffentlich ist. Er arbeite noch an der Übergabe an E.ON, die alles übernehmen würden. Mehrfach betonte er, dass für die Anleger keine Nachteile entstünden. Der Vertrieb hätte einfach nicht so geklappt, wie es notwendig gewesen wäre, um das Unternehmen auszubauen.

E.ON. Der Energieriese E.ON ist bei der Crowdfunding-Plattform werblich als Partner aufgetreten. Laut der Auskunftei Creditsafe war die E.ON Energie Deutschland GmbH auch mit 25,1 Prozent an der Plattform beteiligt. Stefan Moriße von E.ON bestätigte die Aussagen von Torsten Blumenthal: „Wir bedauern sehr, dass greenXmoney nach der erfolgreichen Startphase nicht die nötige Geschäftsgrundlage aufbauen konnte, um dauerhaft bestehen zu können. Nichtsdestotrotz können wir allen Anlegern mitteilen, dass der Geschäftsbereich und die bisher erbrachten Serviceleistungen aufrecht erhalten werden. Die Anleger werden auch die nächsten Auszahlungen im gewohnten, halbjährlichen Turnus erhalten, als nächstes planmäßig für das zweite Halbjahr 2017.“

Loipfinger’s Meinung. Auch wenn manche Crowdfunding-Plattformen teilweise Millionenbeträge in Stunden bewegen, ist längst nicht jedes Konzept erfolgsversprechend. Es herrscht ein brutaler Verdrängungswettbewerb, dem noch viele Plattformen zum Opfer fallen werden. Bei greenXmoney haben die Anleger Glück gehabt, weil sich mit E.ON jemand verantwortlich fühlt. Sie haben weiter einen Ansprechpartner, der sich um alles kümmert. Bei anderen Plattformen wird es aber nicht immer so sein, weshalb Schwarmfinanzierer immer überlegen sollten was passiert, wenn die Vermittlungsplattform nicht mehr sein sollte.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...