Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2018
News

Mehr unerlaubte Geschäfte

Die Finanzaufsicht veröffentlicht deutlich mehr Verstöße

02.10.2018 • Anfangs war es nur ein Gefühl, wonach die von der BaFin verschickten Meldungen über unerlaubte Geschäfte mehr geworden sind. Deshalb hat investmentcheck 197 Fälle der letzten zehn Jahre ausgewertet. Und tatsächlich hat sich die Zahl der Verstöße in den ersten drei Quartalen 2018 bereits dramatisch erhöht. Bleibt die Frage: Gibt es mehr Banditen im Finanzbereich oder schaut die BaFin plötzlich genauer hin?

Weitere Texte

  • Jaffé hat seine Pflicht erfüllt »

    Spärlich besuchte Berichtstermine bei P&R brachten wenig neue Erkenntnisse

    Am ersten Tag kamen rund 2.500 Gläubiger nach München zum Berichtstermin der P&R Gebrauchtcontainer. Am Tag danach waren es noch gut 2.000, die zu den zwei für diesen Tag terminier ...

  • Robin Hood der Anleger »

    Rechtsanwalt Schirp reicht Klage gegen die Finanzaufsicht ein

    Dr. Wolfgang Schirp ist realistisch. Er weiß, wie weit das Ziel entfernt ist, das er treffen will. Seit 40 Jahren hat niemand mehr versucht, die Finanzaufsicht wegen Versäumnissen ...

  • P&R-Insolvenzverwalter unter Druck »

    Interessenskonflikte und Schweizer P&R werfen Fragen auf

    Nächste Woche am 17. und 18. Oktober finden die drei großen Gläubigerversammlungen bei P&R statt. Vier Richter(innen), 24 Rechtspfleger(innen) und 36 Justizwachtmeister(innen) sind ...

  • BaFin war mal wieder untätig »

    15 Millionen Euro für Kebap-Läden verbrannt

    Zwei Absolventen der renommierten Otto Beisheim School of Management gründen ein Unternehmen in den USA, um dort den in Deutschland beliebten Döner salonfähig zu machen. Nach ein p ...

  • Einige Crowd-Pleiten der letzten Wochen »

    Die Ausfälle werden mehr und niemanden interessiert‘s

    Große Ziele haben sie alle. Manche wie Cringle, deren Bezahl-App den Bankenmarkt aufrollen sollte, wollten geradezu revolutionär sein. Notwendiges Kapital sammelten Crowd-Plattform ...

  • Genugtuung und neue Ängste bei P&R »

    P&R-Gründer in U-Haft – Steuerprobleme eines Anlegers

    Seit Wochen müssen die 54.000 Investoren von P&R reihenweise Hiobsbotschaften ertragen. Die aufgestaute Wut auf die Verantwortlichen ist mittlerweile gigantisch. Zumindest etwas ge ...

  • Wichtige Initiative »

    Neue Kampagnen-NGO im Finanzbereich

    Dr. Gerhard Schick ist seit 2007 finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag und hat zuletzt als stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses gewirkt. Doch damit ist ...

Unerlaubte Geschäfte. Wenn zum Beispiel Finanzdienstleistungen ohne Erlaubnis betrieben werden, dann warnt die Aufsichtsbehörde BaFin. Bei unerlaubten Geschäften spricht sie sogar Verbote aus. Das passiert häufig, wenn unerlaubtes Einlagen- oder Finanzgeschäft betrieben wird. Es kann aber auch dran liegen, dass ein Anbieter ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen operiert. Und um eine Einhaltung der Verbote zu gewährleisten, wird öffentlich über solche Fälle berichtet. Interessierte können sich sogar in einen Newsletterverteiler eintragen und bekommen dann solche Meldungen per Mail zugeschickt.

Unerlaubte Geschäfte werden immer mehr
Quelle: Recherche auf bafin.de; Grafik: investmentcheck.de

Häufung. In den ersten drei Quartalen 2018 wurden bereits 56 solcher unerlaubten Geschäfte öffentlich gemacht. Das sind mehr Fälle, als in 2016 und 2017 zusammen aufgefallen sind. Damals kam es nur zu 23 (2016) beziehungsweise 19 (2017) Beanstandungen. Der bisherige Rekord aus 2015 mit 29 Fällen ist damit schon fast verdoppelt worden. Wenn es in dieser Schlagzahl weiter geht, wird die Finanzaufsicht bis Ende 2018 insgesamt 75 Mal unerlaubte Geschäfte attestieren.

Loipfinger’s Meinung. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, warum plötzlich eine solche Häufung von unerlaubten Geschäften auftaucht. Entweder die Welt wird schlechter und es gibt mehr Banditen im Finanzbereich. Oder die BaFin ist endlich aufgewacht und nimmt den Verbraucherschutz etwas ernster. Für mich wahrscheinlicher ist zweites. Die Kritik durch den Fall P&R zeigt ihre Wirkung. Allerdings ist das alles noch ziemlich homöopathisch. Denn die Namen, denen unerlaubte Geschäfte vorgeworfen werden, kennt fast niemand. Obwohl ich mich ständig und schon sehr lange mit dem grauen Kapitalmarkt beschäftige, sind mir viele der in den Meldungen erwähnten Akteure unbekannt. An die großen Fische traut sich die BaFin offenbar immer noch nicht ran. Aber um es mit Cicero zu sagen: Dum spiro spero. Frei übersetzt: Solange ich atme, hoffe ich.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...