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Ungewisse Zukunft des bsi Sachwerteverbandes

Eingliederung in ZIA wird verhandelt

10.01.2017 • “Verband kommt von verbinden”. Mit diesem Slogan beschreibt sich der bsi Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen e.V. auf seiner Homepage als Interessenvertretung der Sachwertinvestmentbranche. Doch im Dezember 2016 bekam der Spruch noch eine ganz andere Bedeutung: Die Mitglieder mussten über eine mögliche Verbindung mit dem ZIA Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. abstimmen. Mangels echter Alternativen haben sie sich dafür ausgesprochen, mit dem ZIA Details einer Eingliederung auszuhandeln.

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Versammlung. Neben der Einladung zur Mitgliederversammlung wurde vom bsi ausführlich über die Möglichkeiten einer strategischen Neuausrichtung informiert. Zur Wahl stand, weiterhin selbständig zu agieren oder sich in den ZIA einzugliedern. Der Vorstand hat sich im Vorfeld einstimmig für die „Variante des Zusammengehens“ ausgesprochen. Bei der stand-alone-Lösung sah er sich als Spezialverband kurz- bis mittelfristig als zu klein. Der ohnehin schon mehrfach geänderte Verbandsname würde bei erfolgreichen Verhandlungen mit dem ZIA verschwinden. Anbieter von Assets außerhalb der Immobilienbranche müssen sich wohl eine neue Interessenvertretung suchen.

Geschlossene Fonds sind in der Vergangenheit nicht gut gelaufen
Quelle: ©alphaspirit - fotolia.com

Stellungnahmen. ZIA-Pressesprecher Andy Dietrich hat sehr professionell und schnell auf eine Presseanfrage reagiert und eine Stellungnahme geschickt: „Das Thema indirekte Immobilieninvestments spielt seit Gründung unseres Verbands eine große Rolle in unserer Arbeit und wird dies natürlich auch in Zukunft tun. Wir bestätigen, dass wir mit dem bsi über seine zukünftige inhaltliche und strategische Ausrichtung sprechen. Die Gespräche werden ergebnisoffen und in einem vertrauensvollen Verhältnis geführt.“ Auf zweite Nachfrage kam dann auch eine fast wortgleiche Stellungnahme des bsi. Dabei wurde betont, dass Eric Romba in seiner Funktion als Hauptgeschäftsführer des bsi Bundesverbandes Sachwerte und Investmentvermögen e.V. geantwortet hat.

Negativentwicklungen. Milliardenverluste der Vergangenheit zerstörten sehr viel Anlegervertrauen. Vertriebe müssen häufig den Kopf für insolvente oder nicht mehr existente Fondsinitiatoren hinhalten. Die Namen früherer Verbandsvorstände lesen sich wie das Who’s Who der größten Geldvernichter. Und wie reagiert der bsi? Er schafft über Jahre mühsam erarbeitete Anlegerschutzstandards einfach ab. Ein Beispiel dafür sind die alten Leistungsbilanzstandards, die durch völlig unzureichende Vorgaben für Performanceberichte ersetzt wurden. Oft diskutierte und zur Beurteilung einer Investition entscheidende Prognoserechnungen werden nicht mehr veröffentlicht. Prospektgutachten von Wirtschaftsprüfern, die die Richtigkeit und Vollständigkeit der Verkaufsprospekte bestätigten, sind nicht mehr vorgeschrieben. Platzierungszahlen wurden zu einem Segmentausschnitt auf ein Du-kannst-uns-schon-glauben-Niveau geschrumpft. Zusammengefasst hat der bsi die Informationstiefe der Unterlagen für interessierte Anleger ins Steinzeitalter zurückkatapultiert.

Loipfinger’s Meinung. Eric Romba ist Rechtsanwalt und kein Visionär. Sein Denken und Arbeiten ist kurzfristig geprägt. Anlegerinteressen und Transparenz sind ihm fremd. So mancher Austritt von Verbandsmitgliedern dürfte auf seine Kappe gehen. Entscheidend wäre es gewesen, ernsthafte und glaubwürdige Branchenstandards zu schaffen und dadurch auch die BaFin sowie den Gesetzgeber weniger zum Handeln zu zwingen. Es wird spannend am Ende zu sehen, welche Interessen bei den Verhandlungen im Vordergrund sehen. Angeblich gibt es schon Einigkeit darüber, dass beim ZIA eine weitere Geschäftsführungsposition eingerichtet wird, die vom bsi besetzt wird.

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