Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2019
News
Suche nach:

Buss: Desaster bei Offshore-Containern

80 Prozent unter Plan ist keine Werbung

24.10.2017 • Buss Capital kümmert sich und gibt bereitwillig Auskunft. Das gleich vorweg. Aber trotzdem müssen die Investoren bei den Direktinvestments in Offshore-Container ein katastrophales Zwischenergebnis hinnehmen. Nachdem im Frühjahr 2016 ein Unternehmen der Buss-Gruppe zahlungsunfähig wurde, musste der Mietgarant durch eine neue Gesellschaft ersetzt werden. Die Mietgarantien für zehn Direktinvestments in Offshore-Container waren damit wertlos. Jetzt kann eine erste Bilanz gezogen werden: Gegenüber den ursprünglichen Garantiemieten liegt die Ist-Miete 80 Prozent darunter!

Weitere Texte

  • Erste Anklageerhebung im Fall P&R »

    Staatsanwaltschaft München vermutet gewerbsmäßigen Betrug

    Ein ungewöhnlich hohes Tempo legt die Staatsanwaltschaft München mit der Klageerhebung gegen Heinz R. vor. Ihm wird im Fall des Containeranbieters P&R der Vorwurf des gewerbsmäßige ...

  • Nächstes Companisto-Funding insolvent »

    Nach drei Finanzierungsrunden ist die „Revolution“ von LUUV gescheitert

    Insgesamt 632 Companisten investierten durch qualifiziert nachrangige partiarische Darlehen gut 400.000 Euro in Luuv, dem Erfinder des „revolutionären Kamerastativs solidLUUV“. Zuv ...

  • Klarstellung ohne Mehrwert »

    BaFin will Verbrauchervorschrift nicht konkretisieren

    Seit 3 ½ Jahren gibt es nun die Vorschrift des Paragraph 11a Vermögensanlagengesetz (VermAnlG). Darin geht es um eine Ad-hoc-Pflicht für Vermögensanlagen. Eine ganz wichtige Änderu ...

  • Da läuft einiges aus dem Ruder »

    Führender Öko-Vertrieb UDI muss immer mehr Probleme einräumen

    Georg Hetz hat das von ihm vor 20 Jahren gebaute und die ganze Zeit als Kapitän gelenkte „Schiff UDI“ verlassen. Mit wie viel Wasser im Rumpf der neue Kapitän Stefan Keller zu kämp ...

  • Nicht geleistete Rückzahlung »

    Fällige Einlagen bei CapStar one nicht zurückgezahlt

    Wer bei CapStar one an besondere Sicherheit wie bei der AirForce One dachte, der wird nun vermutlich enttäuscht. Denn die per Ende November 2018 fälligen Rückzahlungen aus gekündig ...

  • Vogelfreier Freiherr »

    Ist Freiherr von Gregory mit Anlegergeld ausgeflogen?

    Am 22. September 2016 hat Franz Freiherr von Gregory einen Verkaufsprospekt für Genussrechte im Gesamtwert von 30 Millionen Euro unterschrieben. Die BaFin hat das Anlagemodell ohne ...

  • Privatinsolvenz von Heinz Roth »

    P&R-Insolvenzverwalter Jaffé hat für Heinz Roth einen Insolvenzantrag gestellt

    Auf 700 Millionen Euro hat Michael Jaffé in den Insolvenzgutachten den durch Heinz Roth in seiner Zeit als Geschäftsführer der P&R-Gesellschaften entstandenen Schaden beziffert. Da ...

Vorgeschichte. Von 2014 bis Anfang 2016 sammelte Buss mit zehn Direktinvestments in Offshore-Container insgesamt 46,8 Millionen Euro sowie weitere 18,5 Millionen US-Dollar ein. Von spitzenmäßigen Verdienstchancen und einem „wachstumsstarken Markt“ war die Rede: „Werden Sie Käufer und gleichzeitig Vermieter – an bonitätsstarke Ölgesellschaften.“ Von den bonitätsstarken Ölgesellschaften hatten die Anleger nichts, wie sie im Frühjahr 2016 erfuhren. Bereits nach wenigen Problemmonaten kapitulierte die Mietgarantin aus der Buss-Gruppe.

Stabile Kisten waren kein stabiles Investment
Quelle: Auszug aus einem Werbeflyer von Buss Capital für Offshore-Container

Leistungsbilanz. Mit „Buss Capital: Leistungsbilanz für das Geschäftsjahr 2016“ ist eine kürzlich veröffentlichte 86-Seiten umfassende Broschüre überschrieben, die über die Leistungen der Gruppe Aufschluss geben soll. Der Umfang lässt zumindest eine ausführliche Dokumentation vermuten. In Wirklichkeit müsste allerdings „Teil-Leistungsbilanz“ oder „Halbwahrheiten“ darüber stehen. Zum Offshore-Debakel ist nur nichtssagend zu lesen: „Unsere Aktivitäten im Offshore-Containermarkt haben wir ab Anfang 2016 eingestellt. In Folge des Ölpreisverfalls und der eingetrübten Weltwirtschaft ist der Bedarf an Offshore-Containern bis heute deutlich geschrumpft.“ Was wohl ein Investor von Offshore-Containern denkt, der die Überschrift im Editorial liest: „Assetmanagement heißt, Investitionsstrategien vorausschauend an Marktgegebenheiten zu orientieren.“

Zehn Investments mit desaströsen Ergebnissen
Quelle: Angaben Buss Capital, eigene Berechnungen

Direktinvestments. Erst mühsam musste Investmentcheck die komplette Wahrheit zusammen tragen. In einer „Leistungsbilanz der Buss-Containerdirektinvestments“ finden sich zwar die zehn Offshore-Angebote, aber die Soll-Ist-Abweichung wird auf Basis der Sollzahlen gemäß Restrukturierungskonzept berechnet. Das täuscht über das wahre Ausmaß fehlender Mieten hinweg. Wie die obige Tabelle zeigt, sind es eben nicht 46 Prozent Zielverfehlung, sondern happige 80 Prozent.

Loipfinger’s Meinung. Eine Leistungsbilanz, die nur Teile der Leistung zeigt, ist für einen seriösen Anbieter eigentlich ein No-Go. Dann noch in einer Nebenleistungsbilanz über Containerinvestments zu berichten, und dort die Ist-Ergebnisse irgendwelchen Soll-Ergebnissen einer Restrukturierungsplanung gegenüber zu stellen, ist wirklich zweifelhaft. Meine persönliche Meinung zu Buss Capital sinkt immer weiter. Zumal der Anbieter noch Anfang 2016 Offshore-Container verkaufte, für die sie dann wenige Monate später den Bankrott der konzerneigenen Mietgarantin erklärte. Und zu so einer Unternehmensgruppe gehört mit der Buss Investment GmbH eine aufsichtsrechtlich zugelassene Kapitalverwaltungsgesellschaft.

Ausführliche Stellungnahme von Buss Capital

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...