Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2019
News
Suche nach:

Fußball-Transferrechte sind keine Anlageklasse für Privatinvestoren

Hanseatisches Fußball Kontor ist insolvent

21.12.2016 • Jörg Zeitz und Kai-Volker Langhinrichs glaubten, der Fußball sei eine lukrative Anlageklasse. Im Sommer 2014 veröffentlichten sie eine Verkaufsbroschüre für ein Nachrangdarlehen der Hanseatisches Fußball Kontor Invest GmbH mit Sitz in Schwerin. Ziel war, bis zu 50 Millionen Euro einzusammeln, um in Spieler-Transferrechte zu investieren: „Spieler-Transferrechte bieten aufgrund der hohen Wechselhäufigkeit insbesondere junger Spieler extrem hohe Renditen bei sehr kurzer Laufzeit. Vereine konnten für Spieler im Anlagesegment von 18 bis 23 Jahren in den vergangenen Jahren durchschnittlich Transfergewinne von rd. 500 % erzielen.“ Dieser Traum ist schnell geplatzt. Zwei Jahre später wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Muttergesellschaft Hanseatisches Fußball Kontor GmbH eröffnet (580 IN 325/16).

Weitere Texte

  • Hase-und-Igel-Spiel »

    Life Forestry Switzerland tanzt der BaFin auf der Nase herum

    Die Dreistigkeit mancher Anbieter kennt keine Grenzen. Nachdem die BaFin im Herbst letzten Jahres das Angebot „Teakinvestment“ von der Life Forestry Group wegen fehlendem Verkaufsp ...

  • Vermögensanlagen stärker auf dem Prüfstand »

    BaFin bellt laut! Aber beißt sie auch?

    Kennen Sie das Referat „Operative Missstandsaufsicht, Produktintervention“ bei der Finanzaufsicht BaFin? Ilja Gafarov und Miriam Geßler arbeiten dort und haben sich im aktuellen Ba ...

  • UDI bittet Anleger um Geduld »

    Statt sich vorwiegend um Altprobleme zu kümmern will Stefan Keller neue Geschäftsbereiche erschließen

    Der neue UDI-Chef Stefan Keller reagiert auf öffentliche Kritik mit einem zwölfseitigen Interview. Die Fragen stellen ein Medientrainer und sein neuer PR-Berater Klaus Kocks. Folgl ...

  • Anleger werden allein gelassen »

    DMI Deutsche Mikroinvest stellt Betrieb ein

    Die DMI Deutsche Mikroinvest wollte selbst zum führenden Marktplatz für Beteiligungen und Crowdinvesting werden. Daraus wird nichts mehr. Wie sie nun bekannt gab, stellt sie ihren ...

  • BaFin ist offenbar härter als Bundesbank »

    Tagex darf unerlaubte Bankgeschäfte umwandeln

    Die Tagex Technischer Handel GmbH & Co. KG hat im Sommer 2018 einen Verkaufsprospekt für qualifizierte Nachrangdarlehen in Höhe von 6,25 Millionen Euro erstellt. Ebenso wie das Ver ...

  • Einzelfälle oder UDI-typisch? »

    UDI nutzte neues Anlegerkapital, um alte Probleme zu kaschieren

    Auch wenn Georg Hetz sich von seiner UDI weitgehend verabschiedet hat, so werden Fragen aus seiner verantwortlichen Zeit bleiben. Dabei geht es vor allem um das System UDI, das der ...

  • Dramatische Umsatzeinbrüche in 2018 »

    Zuflüsse bei Publikums-AIF und Vermögensanlagen sinken um ein Drittel

    Die Anbieter von Publikums-AIF sowie auch von Vermögensanlagen mussten im vergangenen Jahr dramatische Umsatzeinbrüche hinnehmen. Bei den BaFin-überwachten Alternative Investmentfo ...

Konditionen. Laut Verkaufsbroschüre wurden verschiedene Serien der Nachrangdarlehen angeboten. Die Anleger konnten zwischen Laufzeit von 6, 12, 24, 36 und 60 Monaten wählen. Die Zinsen sollten je nach Laufzeit zwischen 6,28 Prozent (6 Monate) und 9,74 Prozent (60 Monate) liegen. Die Mindestdarlehenssumme lag bei 2.500 Euro. Für jede Serie wurden jeweils bis zu 10 Millionen Euro Anlagekapital gesucht.

Mit Nachrangdarlehen sollten bis zu 50 Millionen Euro eingesammelt werden
Quelle: Ausschnitt vom Titelblatt der Verkaufsbroschüre

Insolvenz. Auf der Homepage der Hanseatisches Fußball Kontor ist nachzulesen, dass über das Vermögen der Hanseatisches Fußball Kontor GmbH mit Beschluss des Amtsgerichts Schwerin (580 IN 325/16) vom 17. Beziehungsweise 23. Juni 2016 das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Am 22. Juli 2016 wurde noch berichtet, man treffe zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Vorkehrungen, „um für die Investoren der Hanseatisches Fußball Kontor GmbH und Hanseatisches Fußball Kontor Invest GmbH eine maximale Rückführung der investierten Gelder zu erreichen.“

Loipfinger’s Meinung. Im Fußball Geld zu verdienen, schaffen viele der großen Profi-Klubs nicht. Das Geschäft ist hart umkämpft und von Menschen mit viel Geld dominiert. Wer da glaubt, mit Anlegergeld im großen Stile erfolgreich mitmischen zu können, der träumt wie der Fan von so manch einem Fußballverein, der unrealistisch an wundersame Siege gegen übermächtige Gegner glaubt.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...