Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2019
News
Suche nach:

greenXmoney ist liquidiert

Crowdfunding-Plattform stellt Geschäftsbetrieb ein

20.02.2018 • Feste Erträge und grünen Profit versprach die Crowdfunding-Plattform greenXmoney. Sie war Partner des Energieriesen E.ON und hat die angebotenen Forderungskaufverträge unter dem Begriff „Wattpapier“ vermarktet. Die in Aussicht gestellten Renditen für Anleger lagen zuletzt bei zwei bis vier Prozent pro Jahr. Doch damit ist nun Schluss: Vor ein paar Tagen wurde am Amtsgericht Memmingen die Auflösung der greenXmoney.com GmbH veröffentlicht.

Weitere Texte

  • Bundesregierung will Anlegerschutz stärken »

    Skandalfall um P&R hat nun auch politische Konsequenzen

    Der Skandal um den Containeranbieter P&R hat mit seiner nie dagewesenen Dimension nun auch politische Konsequenzen. Heute wurde in einer Pressekonferenz ein Maßnahmenkatalog vorges ...

  • Steigt die DKB-Bank ins Crowd-Geschäft ein? »

    CrowdDesk ist sehr tief verwurzelt in der Schwarmfinanzierungsszene

    Wer an Crowdfunding denkt, denkt vermutlich an Exporo, Companisto oder Seedmatch. Nur wenige Insider haben CrowdDesk auf ihrem Schirm. Dabei ist der von Johannes Laub und Jamal El ...

  • BaFin-regulierter Nonsens »

    Wohnpark Elbaue ist eine ordnungspolitische Bankrotterklärung

    Anbieter geschlossener Publikums-AIF (Alternative Investmentfonds) wollen nicht mehr zum grauen Kapitalmarkt gezählt werden. Schließlich soll die Prüfung der Finanzaufsicht zur Zul ...

  • Stupid Crowd-Money »

    Companisto missbraucht eine gute Idee

    Crowdfinanzierungen über Nachrangdarlehen haben einen systemimmanenten Nachteil: Anleger haben keine ausreichenden Kontroll- und Mitspracherechte und sind häufig nur billig abgespe ...

  • Stoff für einen Krimi »

    PIM Gold muss sich gegen den Verdacht der Geldwäsche wehren

    Die Autoren von Krimi-Drehbüchern brauchen vermutlich nicht viel Phantasie für neuen Stoff. Diesen liefert das echte Leben. So auch im Fall K.K. Gregor Technik, bei dem ein größere ...

  • Nächste Pleite bei der Deutschen Mikroinvest »

    Crowdanleger bei Gensoric dürften ihr Geld verlieren

    Die Deutsche Mikroinvest DMI hat vor einigen Monaten ihren Betrieb eingestellt (Anleger werden allein gelassen< ...

  • Schon 3 Fundings der GLS Crowd insolvent »

    Insolvenzverfahren bei MindTags GmbH eingeleitet

    Als erste Crowdplattform einer Bank startete im Jahr 2017 die GLS Crowd: „Unter gls-crowd.de geht die erste, europäische Crowdinvesting-Plattform einer Bank online. Das auf profess ...

Konzept. Seit 2014 bot greenXmoney Anlegern die Möglichkeit, zukünftige Erträge aus Photovoltaik-Anlagen zu erwerben. Bei diesen Forderungskaufverträgen wurde beispielsweise ein Anteil des Ertrages im Verlauf der nächsten sechs Jahre in Höhe von 11.598 Euro heute zu einem Kaufpreis von 10.000 Euro angeboten. Bei planmäßigem Verlauf ergab sich für den Investor in diesem Beispiel eine Rendite von 4,8 Prozent pro Jahr. Der Anleger wurde dabei weder direkt noch indirekt Eigentümer der Anlage. Erworben hat er für eine bestimmte Zeit einen Anteil an der Einspeisevergütung nach EEG.

Der Partner E.ON bekommt nun eine überraschend große Bedeutung.
Quelle: Screenshot der Homepage von greenxmoney.com

Liquidation. Am 7. Februar wurde die Verlegung des Sitzes von Neu-Ulm nach München veröffentlicht. Gleichzeitig sind die beiden Geschäftsführer Torsten Blumenthal und Murat Sahin ausgeschieden. Ein Liquidator wurde bestimmt und die Gesellschaft als aufgelöst vermerkt. Ex-Geschäftsführer Blumenthal klang auf telefonische Nachfrage etwas überrascht, dass die Liquidation bereist öffentlich ist. Er arbeite noch an der Übergabe an E.ON, die alles übernehmen würden. Mehrfach betonte er, dass für die Anleger keine Nachteile entstünden. Der Vertrieb hätte einfach nicht so geklappt, wie es notwendig gewesen wäre, um das Unternehmen auszubauen.

E.ON. Der Energieriese E.ON ist bei der Crowdfunding-Plattform werblich als Partner aufgetreten. Laut der Auskunftei Creditsafe war die E.ON Energie Deutschland GmbH auch mit 25,1 Prozent an der Plattform beteiligt. Stefan Moriße von E.ON bestätigte die Aussagen von Torsten Blumenthal: „Wir bedauern sehr, dass greenXmoney nach der erfolgreichen Startphase nicht die nötige Geschäftsgrundlage aufbauen konnte, um dauerhaft bestehen zu können. Nichtsdestotrotz können wir allen Anlegern mitteilen, dass der Geschäftsbereich und die bisher erbrachten Serviceleistungen aufrecht erhalten werden. Die Anleger werden auch die nächsten Auszahlungen im gewohnten, halbjährlichen Turnus erhalten, als nächstes planmäßig für das zweite Halbjahr 2017.“

Loipfinger’s Meinung. Auch wenn manche Crowdfunding-Plattformen teilweise Millionenbeträge in Stunden bewegen, ist längst nicht jedes Konzept erfolgsversprechend. Es herrscht ein brutaler Verdrängungswettbewerb, dem noch viele Plattformen zum Opfer fallen werden. Bei greenXmoney haben die Anleger Glück gehabt, weil sich mit E.ON jemand verantwortlich fühlt. Sie haben weiter einen Ansprechpartner, der sich um alles kümmert. Bei anderen Plattformen wird es aber nicht immer so sein, weshalb Schwarmfinanzierer immer überlegen sollten was passiert, wenn die Vermittlungsplattform nicht mehr sein sollte.

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...