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P&R-Schwindeleien gehen weiter

Fehlanzeige bei ehrlichen und vollständigen Informationen

26.03.2018 • Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. An diese alte Weisheit könnten sich die knapp 60.000 P&R-Anleger erinnern, wenn sie die aktuellen Informationen genauer lesen. Früher fehlte die Aufklärung der Kaufpreise weit über Marktwert, die durch bezuschusste Mieten und Rückkaufversprechen kaschiert wurden. Selbst die von der Finanzaufsicht zum Vertrieb freigegebenen Verkaufsprospekte enthielten keine aussagekräftigen Zahlen zu marktüblichen Kaufpreisen und Mieten. Diese Fakten wurden immer verschwiegen und nun soll der Markt an den Insolvenzanträgen schuld sein. Es geht munter weiter mit P&R-Fake-News.

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Pressemitteilung. In der P&R-Pressemitteilung vom 19. März werden die Insolvenzanträge so begründet: “Die aktuellen Schwierigkeiten der von einer Zahlungsunfähigkeit betroffenen Container-Investmentgesellschaften beruhen im Wesentlichen darauf, dass Rückkäufe in einem erheblichen Umfang gegenüber den Anlegern in Aussicht gestellt wurden, die derzeit nicht zu den bei Vertragsabschluss in Aussicht gestellten Rückkaufswerten durchgeführt werden können. Zudem können die fälligen Mietzahlungen nicht erbracht werden.” Gleichzeitig wird so getan, als wäre der Markt heute schlechter als bei Abschluss der Verträge: “Als die aktuell laufenden Verträge abgeschlossen wurden, herrschte auf dem Weltmarkt eine große Nachfrage nach Containern, die nur zu marktüblichen hohen Preisen befriedigt werden konnte.” Merkwürdig, wenn in 2017 Neucontainer im Durchschnitt teurer waren als die Jahre vorher, als die Investoren der insolventen Gesellschaften bei P&R einkauften. Das war nämlich von 2013 bis 2016 (kleine Private-Placements in 2017 ausgenommen). Außerdem waren die Rückkaufspreise bei den meisten Anlagemodellen nicht garantiert, sondern nur in Aussicht gestellt.

2013 bis 2016 waren die Preise für Neucontainer günstiger als 2017
Quelle: Textainer Group Holdings Ltd., Investor Presentation, February 2018

Wechselkurs. Weiterhin stellt sich die Frage, warum das die deutschen Gesellschaften überhaupt tangiert, so lange die P&R Equipment & Finance Corp. aus der Schweiz zahlungsfähig ist. Dazu stellt Martin Ebben als Geschäftsführer und Vorstand ausdrücklich klar: “Die weiteren Gesellschaften der P&R Gruppe, und insbesondere die P&R Transport-Container GmbH sind nicht unmittelbar betroffen.” Ähnliches gilt für einen anderen Aspekt, der als Hintergrund für die Insolvenzanträge aufgeführt wird: das Wechselkursrisiko zwischen Euro und US-Dollar, das eigentlich von der schweizer P&R Corporation getragen werden müsste. Deshalb wird in der Risikobeschreibung der Verkaufsprospekte das Wechselkursrisiko nur für den Fall erwähnt, dass die P&R Equipment & Finance Corp. ausfällt. Das ist aber nicht der Fall. Also eine weitere Lüge in Bezug auf die Insolvenzgründe der drei deutschen Emittentenunternehmen: “Hinzu kommen nachteilige Wechselkursentwicklungen, da die Mieten gegenüber den Anlegern in Euro gezahlt werden, die Vermietung der Container auf dem Weltmarkt jedoch gegen US-Dollar erfolgen muss.”

11a-Mitteilung. Keinen Insolvenzantrag stellte (bisher) die P&R Transport-Container GmbH, die als Emittentin für die von der Finanzaufsicht BaFin gestatteten Verkaufsprogramme fungierte. Es wäre spannend zu erfahren, warum die im schweizerischen Zug ansäßige P&R Equipment & Finance Corp. an diese Gesellschaft die Mieten überwiesen hat, während die Anleger der alten P&R-Modelle ihr Geld nicht bekamen. Hängt es damit zusammen, dass die BaFin gemäß Vermögensanlagengesetz weitreichende Auskunfts- und Verfügungsbefugnisse hat? Oder welche Lüge verbirgt sich hinter der offiziellen Mitteilung gemäß Paragraph 11a Vermögensanlagengesetz, wonach die P&R Transport-Container GmbH Forderungen an die insolventen P&R-Unternehmen hat, die nun ausfallgefährdet sind. Woraus resultieren diese Forderungen eigentlich, die in den Verkaufsprospekten nicht beschrieben sind. Vielmehr wird dort die wesentliche Vertragsbeziehung gemäß Rahmenvertrag vom 1. Juli 2016 mit der schweizer P&R beschrieben. Der würde die P&R Transport-Container GmbH nun Geld schulden. Weshalb das, wenn außer den Containereinkäufen eigentlich nur Geld aus der Schweiz nach Deutschland fließen soll. Wurden etwa die Container nicht vollständig bezahlt? Und warum werden eigentlich keine Beträge genannt?

Wo kommen bei der P&R Transport-Container plötzlich Forderungen gegen die insolventen P&R-Gesellschaften her?
Quelle: Verkaufsprospekt Angebot 5005

Loipfinger’s Meinung. Es begann alles, dass ein Handelspartner seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist. Aus Sicht der deutschen P&R-Unternehmen kann das eigentlich nur die in der Schweiz ansäßige P&R Equipment & Finance Corp. sein. Doch der geht es gut und drei deutsche Unternehmen sind insolvent. Warum wird diese entscheidende Frage nicht beantwortet? Stattdessen wird mit irreführenden Fakten geglänzt und vom eigenen schneeballartigem System abgelenkt. Warum werden keine Beträge genannt? Sowohl das von Anlegern investierte Volumen als auch die Forderungen und Verbindlichkeiten werden nicht beziffert. Warum wird mit Markttrends argumentiert, ohne die konkreten Preise zu benennen? Warum bekamen eigentlich die Investoren der P&R Transport-Container GmbH ihr Geld, während die Anleger der anderen P&R-Gesellschaften leer ausgingen? Tarnen & Täuschen bleibt weiterhin das Motto.

Weitere Informationen. Wer mehr zu den Hintergründen erfahren möchte, sollte die Berichte von Investmentcheck von Juli 2016, Juni 2017, vom 8. März und vom 19. März 2018 nachlesen. Auch im kürzlich erschienenen Buch „Achtung, Anlegerfallen!“ ist ab Seite 221 einiges zu P&R zu lesen.

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