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Das Bermuda-Dreieck von P&R

Weitere Offshore-Connections von Heinz Roth

10.07.2018 • Wo ist das Geld der P&R-Anleger? Diese Frage stellen geprellte Investoren regelmäßig. Vielleicht sollten sie einen Flug von Deutschland über die Schweiz auf die Bermudas buchen. Dann sind sie auf den Spuren von Heinz Roth, der diese beiden Steuerparadiese, die auch für ihre Verschwiegenheit bekannt sind, gerne nutzte. Nachdem investmentcheck bereits die verheimlichte Beteiligung an der Containermanagementgesellschaft Blue Sky aufdeckte, kann die Liste nun um ein paar Namen erweitert werden.

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RFH Limited. Die Gesellschaft wurde im Dezember 2004 auf den Bermudas gegründet. Am Firmensitz mit der Adresse 22 Victoria Street, Canon’s Court sitzt auch die Kanzlei Appleby, deren zweifelhafte Geschäfte durch die Paradise Papers der Süddeutschen Zeitung bekannt wurden. Als Unternehmenszweck der RFH ist Shipping eingetragen. Heinz Roth fungierte bis 2009 als Direktor. Die in der Schweiz angesiedelte P&R Equipment & Finance Corp. ist laut Angaben aus der Datenbank von ICIJ, dem internationalen Zusammenschluss investigativer Journalisten, die die Paradise Papers auswerteten, einer der Aktionäre.

Heinz Roth und seine P&R waren oder sind auch auf den Bermudas aktiv.
Bild: Zusammenschnitt aus dem Firmenregister der Bermudas

PRB Limited. Im März 2006 wurde auf den Bermudas die PRB Limited gegründet. Die Firmenanschrift lautet(e) wie bei RFH auf die Adresse von Appleby. Heinz Roth fungierte als Direktor und Vice-President. Auch sein Sohn Harald Roth hatte diese Positionen bis zur eventuellen Schließung der Firma im Dezember 2009 inne. Aktionär war unter anderem die P&R Equipment & Finance Corp. aus Zug. Das sind zumindest die Angaben aus der Datenbank von ICIJ, die die Paradise Papers auswerteten. Bei Open Corporates, einer Datenbank mit weltweiten Firmendaten, ist kein Auflösungsdatum eingetragen. Dort wird die Firma mit dem Status „Active“ geführt. Und wie der im Bild eingefügte Auszug aus dem Firmenregister der Bermudas zeigt, wird sie dort noch aufgelistet.

P&R Refinance. Bereits im September 2001 wurde auf den Bermudas die P&R Refinance Project No. 1 Ltd. gegründet. Involviert scheint wieder die Kanzlei Appleby gewesen zu sein. Heinz Roth war anfänglich President bevor er ab August 2002 als Vice-President fungierte. Gleichzeitig hatte er die gesamte Zeit bis zur vermutlichen Auflösung im Oktober 2008 das Amt des Direktors inne. Als einer der Aktionäre wird in der ICIJ-Datenbank die P&R Equipment & Finance Corp. geführt.

Stellungnahme. Investmentcheck befragte Heinz Roth, zu welchem Zweck diese Firmen gegründet wurden, ob sie noch existieren und in welchem Zusammenhang sie zu dem Kapital der Anleger stehen: „Alle drei Gesellschaften waren Zweckgesellschaften die ausschließlich zur Vorfinanzierung von Containern durch die FORTIS Bank benötigt wurden. Die Gesellschaften wurden sofort nach Auslauf der Finanzierung wieder gelöscht. Keine dieser Gesellschaften existiert noch. Mit dem Kapital der Anleger spielten diese Gesellschaften keine Rolle.“

Firmenregister. Ein Blick ins Firmenregister der Bermudas-Inseln zeigt, dass die P&R Refinance Project No. 1 Ltd. dort nicht (mehr) gelistet ist. Dafür werden die RFH Ltd. und die PRB Ltd. im „Review of Companies Register“ noch geführt. Außerdem findet sich darin eine im August 1994 gegründete P&R Ltd.

Loipfinger’s Meinung. Es ist erfreulich, dass Heinz Roth persönlich auf die Presseanfrage antwortete. Allerdings hat er wesentliche Fragen offen gelassen: Warum lief eine Vorfinanzierung von Containerkäufen durch die FORTIS Bank über die Bermudas? Warum werden Unternehmen noch im Firmenregister der Bermudas geführt, wenn Heinz Roth sie angeblich längst gelöscht hat? Wenn es sich um reine Zweckgesellschaften handelte: Warum waren bei einigen der Firmen noch eine Reihe weiterer Shareholder beteiligt? Und warum beantwortete Heinz Roth die Frage überhaupt nicht, ob es noch weitere Offshore-Firmen gibt, bei denen er verantwortlich ist oder war beziehungsweise an denen er direkt oder indirekt eine Beteiligung hält? Immerhin hat die Süddeutsche Zeitung bereits eine Firma auf den Bahamas aufgedeckt.

Bisherige P&R-Berichterstattung (chronologisch):
- Weiterer Fahrplan im P&R-Insolvenzverfahren (25. Juni 2018)
- Blamage für die BaFin (9. Juni 2018)
- Auffällig viele Veränderungen in 2017 (4. Juni 2018)
- Rund 2,5 Milliarden Euro vernichtet (17. Mai 2018)
- Falsche Eigentumszertifikate (12. Mai 2018)
- Gebrauchtcontainer als neu verkauft (6. Mai 2018)
- Weit über 50.000 falsche Steuererklärungen? (5. Mai 2018)
- P&R – Eigentum und Eigentumszertifikate (4. Mai 2018)
- Haftet die BaFin im Fall P&R? (3. Mai 2018)
- Weitere Insolvenzanträge bei P&R (27. April 2018)
- Erste traurige Wahrheiten (18. April 2018)
- P&R –Schwindeleien gehen weiter (26. März 2018)
- Insolvenzanträge bei P&R (19. März 2018)
- Wie groß ist das Feuer unterm Dach? (8. März 2018)
- Buch „Achtung, Anlegerfallen!“ ab Seite 221 (erschienen 27. Februar 2018)
- Fragwürdige Mietunterdeckungen bei P&R (26. Juni 2017)
- Bestätigungsvermerke nur mit Einschränkungen (22. Juli 2016)

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