Hier bestellen
Marktanalyse Publikums-AIF 2019
News
Suche nach:

Erste Anklageerhebung im Fall P&R

Staatsanwaltschaft München vermutet gewerbsmäßigen Betrug

07.02.2019 • Ein ungewöhnlich hohes Tempo legt die Staatsanwaltschaft München mit der Klageerhebung gegen Heinz R. vor. Ihm wird im Fall des Containeranbieters P&R der Vorwurf des gewerbsmäßigen Betruges und der Steuerhinterziehung gemacht. Stellvertretend für die 54.000 betroffenen Anleger wurden 414 Fälle mit einem Volumen von 18 Millionen Euro ausermittelt. Über die Eröffnung eines Verfahrens muss nun das Landgericht München I befinden.

Weitere Texte

  • Hase-und-Igel-Spiel »

    Life Forestry Switzerland tanzt der BaFin auf der Nase herum

    Die Dreistigkeit mancher Anbieter kennt keine Grenzen. Nachdem die BaFin im Herbst letzten Jahres das Angebot „Teakinvestment“ von der Life Forestry Group wegen fehlendem Verkaufsp ...

  • Vermögensanlagen stärker auf dem Prüfstand »

    BaFin bellt laut! Aber beißt sie auch?

    Kennen Sie das Referat „Operative Missstandsaufsicht, Produktintervention“ bei der Finanzaufsicht BaFin? Ilja Gafarov und Miriam Geßler arbeiten dort und haben sich im aktuellen Ba ...

  • UDI bittet Anleger um Geduld »

    Statt sich vorwiegend um Altprobleme zu kümmern will Stefan Keller neue Geschäftsbereiche erschließen

    Der neue UDI-Chef Stefan Keller reagiert auf öffentliche Kritik mit einem zwölfseitigen Interview. Die Fragen stellen ein Medientrainer und sein neuer PR-Berater Klaus Kocks. Folgl ...

  • Anleger werden allein gelassen »

    DMI Deutsche Mikroinvest stellt Betrieb ein

    Die DMI Deutsche Mikroinvest wollte selbst zum führenden Marktplatz für Beteiligungen und Crowdinvesting werden. Daraus wird nichts mehr. Wie sie nun bekannt gab, stellt sie ihren ...

  • BaFin ist offenbar härter als Bundesbank »

    Tagex darf unerlaubte Bankgeschäfte umwandeln

    Die Tagex Technischer Handel GmbH & Co. KG hat im Sommer 2018 einen Verkaufsprospekt für qualifizierte Nachrangdarlehen in Höhe von 6,25 Millionen Euro erstellt. Ebenso wie das Ver ...

  • Einzelfälle oder UDI-typisch? »

    UDI nutzte neues Anlegerkapital, um alte Probleme zu kaschieren

    Auch wenn Georg Hetz sich von seiner UDI weitgehend verabschiedet hat, so werden Fragen aus seiner verantwortlichen Zeit bleiben. Dabei geht es vor allem um das System UDI, das der ...

  • Dramatische Umsatzeinbrüche in 2018 »

    Zuflüsse bei Publikums-AIF und Vermögensanlagen sinken um ein Drittel

    Die Anbieter von Publikums-AIF sowie auch von Vermögensanlagen mussten im vergangenen Jahr dramatische Umsatzeinbrüche hinnehmen. Bei den BaFin-überwachten Alternative Investmentfo ...

Betrugsverdacht. In einer Pressemitteilung erklärt die Staatsanwaltschaft München I den sukzessiven Aufbau eines Containerfehlbestandes von über 60 Prozent. Sie sieht es als erwiesen an, dass Heinz R. als maßgeblich Verantwortlicher der P&R-Gruppe davon wusste. Trotzdem schloss er für die P&R Transport-Container GmbH ab Februar 2017 mit den untersuchten 268 Anlegern insgesamt 414 Verträge über rund 27.000 gebrauchte Container: „Dabei wurden die Anleger auf Veranlassung des Angeschuldigten nach Auffassung der Staatsanwaltschaft bewusst nicht darüber aufgeklärt, dass das Investment durch den aus der aus dem Fehlbestand resultierenden desolaten finanziellen Situation der P&R-Gruppe insgesamt mit einem Ausfallrisiko von mindestens 50 % behaftet war. Damit entstand jedenfalls diesen 268 Anlegern ein Schaden in Höhe von mindestens 17.987.000 EUR.“

Heinz R. vor 14 Jahren
Bild: Ausschnitt aus einem Video von Cash.-TV aus 2005

Steuerhinterziehung. Etwas überraschend erhebt die Staatsanwaltschaft neben den Betrugsvorwürfen auch noch den Verdacht der Steuerhinterziehung. Dabei soll es sich um zwölf Fälle handeln. Was sich allerdings genauer dahinter verbirgt, ist noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft teilt hierzu bisher nur mit: „Gegenstand der Anklage sind darüber hinaus Vorwürfe, die dem Steuergeheimnis unterliegen. Der Angeschuldigte hat sich bisher noch nicht umfassend zur Tat geäußert.“

Loipfinger’s Meinung. Oberstaatsanwältin Anne Leiding hat auf Nachfrage erklärt, dass gegen andere Beschuldigte noch ermittelt werde. Der Fall von Heinz R. hat angesichts der Untersuchungshaft seit Herbst 2018 Priorität. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens und dessen Terminierung hat das Landgericht München I bisher noch nicht entschieden. Spätestens mit Verlesung der Anklageschrift wird sich aufklären, was genau hinter den Steuerbetrugsvorwürfen steckt und ob das Auswirkungen auf Anleger haben könnte.

Die gesammelte P&R-Berichterstattung bei investmentcheck ist hier abrufbar

[schließen]
X

Dokument hochladen (PDF/DOC/XLS/PNG/GIF)

  • warte ...