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Betrugsverdacht gegen 15 Personen

Umfangreiche Ermittlungen beim Goldanbieter DWL

17.06.2020 • Ermittlungen gegen 15 Verdächtige sind im Kapitalmarkt nicht alltäglich. Die Staatsanwaltschaft Augsburg meint es aber im Fall des Goldanbieters DWL Deutsche Wertlager sehr ernst. Acht Männer und sieben Frauen stehen auf der Liste der Verdächtigen, gegen die unter anderem wegen des Verdachts von banden- und gewerbsmäßigem Betrug ermittelt wird. Hintergrund ist eine Insolvenz 2019, für die erhebliche Fehlbestände beim Gold der Kunden verantwortlich waren.

Vorwürfe. Die verdächtigen Personen sind im Alter von 21 bis 69 Jahren. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Augsburg auf Nachfrage von Investmentcheck. Neben dem banden- und gewerbsmäßigen Betrug stehen außerdem noch andere Anschuldigungen im Raum. Einige davon sollen wegen Insolvenzverschleppung, wegen Geldwäsche und Vergehen gegen das KWG verdächtig sein. Teilweise ist es auch nur die Beihilfe dazu, wegen der ermittelt wird. Nachdem sich die Tatbestände scheinbar schon etwas erhärtet haben, wurden Ende April diesen Jahres Durchsuchungsmaßnahmen und Beschlagnahmungen durchgeführt. Gegen zwei Personen vorstreckte die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl. Sie sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Auf telefonische Nachfrage erklärten mehrere Betroffene, dass sie keine Schuld bei sich sehen. Diese Unschuldsvermutung gilt natürlich stellvertretend auch für alle anderen Verdächtigen. In einem Fall meinte eine Beschuldigte, dass sie sehr enttäuscht über das Vorgehen der Staatsanwaltschaft sei. Nach ihren Aussagen wurden 1.800 Briefe zur Zeugenvernehmung verschickt, auf der ihr voller Name zusammen mit anderen Beschuldigten genannt wurde. Das käme einer Vorverurteilung gleich, die sie nicht nachvollziehen kann.

Werbung am DWL-Geschäftssitz in Kolbermoor
Bild: Stefan Loipfinger, Mai 2019

Loipfinger’s Meinung. Fakt bei DWL ist letztendlich, dass von dem Gold der Kunden ein erheblicher Teil fehlt. Wer dafür konkret welche Schuld trägt, muss die Staatsanwaltschaft aufarbeiten und ein Gericht entscheiden. Gut ist auf alle Fälle, dass die Staatsanwälte aus Augsburg dies sehr ernst nehmen und damit Nachahmer abschrecken. Eine der Beschuldigten berichtete davon, dass angeblich Durchsuchungsaktionen an 60 Orten durchgeführt wurden. Speziell bei DWL ist das rigorose Vorgehen auch deshalb gerechtfertigt, weil manche Beteiligte vor DWL schon mit einer anderen Firma Anleger über den Tisch zogen und auch nach DWL schon wieder zweifelhafte Aktivitäten mit einem neuen Unternehmen angelaufen sind. Betrügereien dürfen kein Kavaliersdelikt sein, bei dem die Profiteure ohne oder mit geringen Strafen davonkommen.

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